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>> Wie alles anfing

Mein Vater war Gärtnermeister, mein Grossvater war Gärtnermeister, meine beiden Brüder sind Gärtner ... Nach meinen ersten politischen Erfahrungen im Alter von 18 Jahren in der Bürgerinitiative Umweltschutz Baden-Baden und dann später in Brokdorf und Gorleben hatte ich meinen Lebensweg in dieser Richtung eingeschlagen. Ich ernährte mich vegetarisch, kaufte vieles im Bioladen. Ich brach mein PH-Studium ab (wer ist schon gerne arbeitslos?) und begann mit 21 Jahren eine Gärtnerlehre in der Demetergärtnerei Mussler in Bühl. Zivildienst leistete ich in der Bio-Klöstergärtnerei in Obersasbach. Nach Gesellenjahren in der Demetergärtnerei Illmann in Kehl-Eckartsweier machte ich die Meister- prüfung und noch im selben Jahr 1987 gründete ich die Bioland-Gärtnerei als 1-Mann-Betrieb, damals noch auf dem Hofgut Tiefenau bei meinen Eltern in Sinzheim. Meine Eltern schenkten mir einen Traktor und eine Pflanzmaschine. Dann ging`s los. Ich beschickte 5 Wochenmärkte in Karlsruhe und baute nachmittags nach dem Markt Gemüse an.

Ist das nicht alles ein Bisschen zuviel für einen Menschen, anbauen und verkaufen?
Ja, so nach und nach kamen dann auch Marktverkäufer und Gärtner auf dem Acker dazu. Es war ein bunter Haufen lustiger junger Menschen. Wir hatten viel Spaß, aber sonderlich effektiv war das Ganze nicht gerade. Immer mehr Menschen, immer freakiger und unwirtschaftlicher, das konnte nicht gut gehen. So nach und nach schrumpften wir uns gesund. Nur noch mein Lieblings-Wochenmarkt blieb übrig am Gutenbergplatz in Karlsruhe. 1992 zogen wir, meine Freundin - mittlerweile ist sie meine Frau -, mein Sohn und ich nach Sinzheim-Müllhofen in der Nähe des Ackers, den mein Vater mir schenkte.

Wie kamen Sie denn auf so eine außergewöhnliche Idee wie das Gemüseabo?
Experimentieren, und riskieren war schon immer meine Stärke und Schwäche zugleich. Nachdem unser Versuch eines Hofladens scheiterte an der mangelnden Nachfrage, probierten wir die Abo-Belieferung bei unseren Marktkunden in Karlsruhe aus.

War das Gemüseabo das Sprungbrett für einen mittelständischen Betrieb, wie es jetzt einer geworden ist?
Ja, das kann man wohl sagen. Mittlerweile sind 6 Menschen im Frei-Haus-Service und 10 Menschen auf 20 Hektar Acker und 7000 Quadratmeter Gewächshaus tätig.

Und hat sich das Gemüseabo bei unseren elsässischen Nachbarn herumgesprochen?
Ja, es läuft ganz gut. Im November 1998 haben wir die ersten 3 Kunden im Elsaß beliefert, mittlerweile sind es über 100 Kunden.

 

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